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Prof. Dr. Matthias Pfüller Jungfernstieg 8 19053 Schwerin Dipl. Soz. Päd. Kornelia Beer Lindenaustr. 16 09126 Chemnitz



Seminar „Orte und Erinnerung“
Geschichte(n) aus zwei politischen Systemen in Deutschland


13. 12. –18. 12. 2007 im Tagungshaus „Alte Schule“, 19303 Hohenwoos


Zielgruppe: SozialpädagogInnen und JugendarbeiterInnen sowie andere (freie) MitarbeiterInnen in der Jugend- und Erwachsenenbildung mit besonderem Interesse an konkreter Erinnerungsarbeit und „Erinnerungspolitik“ sowie an präventiver Arbeit insbes. mit Jugendlichen gegen Rechtsextremismus.

Lernzielbeschreibung: Das Seminar verbindet die Informationen über die neueren methodischen Formen der Arbeit mit historischen Erinnerungen an die neueste Vergangenheit mit der Arbeit an konkreten historischen Orten in der näheren Umgebung, d. h. nicht an prominenten Gedenkorten, mit Heranziehung von Literatur und einem exemplarischen Video-Film. Ziel ist darüber hinaus, die konkreten, zumeist familienbiographischen Erinnerungen der TeilnehmerInnen selbst systematisch zu aktivieren und einzubeziehen, soweit diese sich darauf einlassen können. Damit soll die Arbeit sowohl mit anderen MultiplikatorInnen wie auch vor allem mit Jugendlichen vorbereitet werden. Darüber hinaus soll auch erreicht werden, dass eine neue Grundlage für die Arbeit gegen rechtsextreme Anwerbungs- und Vereinnahmungs-Versuche geschaffen und begründet werden kann.

Sonntag, 02. 12. 2007

Bis 18.00 h    
Anreise, Begrüßung, Zimmerverteilung etc.
18.00 – 19.30 h  Einführung: „Erinnerungspolitik“ und „Vergangenheitspolitik“:
Der Wert und Nutzen der Erinnerung und ihre Verwendung für
private und politische Zwecke; anschl. Diskussion (K. Beer)
19.30 – 20.00 Abendessen
20.15 – 21.30 h Der Film „Der schöne leichte Tod“ („Euthanasie“ in Mecklenburg-
Vorpommern) als Beispiel für die Recherche an konkreten Orten des Geschehens. Anschl. Diskussion (M. Pfüller)

                                
Montag, 03. 12. 2007

08.00 – 09.00 h Frühstück
09.00 – 10.30 h Impulsreferat: Woran die Erinnerung gebunden ist...
Die kollektive Erinnerung ohne ZeitzeugInnen. (K. Beer)
Anschl. Diskussion
10.30 – 11.00 h Pause
11.00 – 12.00 h Gang in die Dorfmitte zum Denkmal für die Toten des Ersten und
Zweiten Weltkriegs: Das „Lesen“ eines Erinnerungsorts (M. Pfüller)
12.00 – 12.30 h  Kurzauswertung: Erinnerung ohne Ort und ohne Zeugen (M. Pfüller)
12.30 – 15.30 h Mittagessen, Pause
15.30 – 17.00 h  Sinnliche Wahrnehmung und Emotionen – „Verstärker“ für die
Erinnerung und das Gedächtnis. Anschl. Diskussion (Leitg.: K. Beer)
17.00 – 17.30 h  Pause
17.30 – 19.30 h   Übung in Gruppen: Meine wichtigsten Orte (M. Pfüller/K. Beer)
19.30 – 20.15 h  Abendessen
20.15 – 21.30 h    Gemeinsame Auswertung der Übung: Die Bedeutung konkreter
Orte für die Erinnerung. Anschl. Überblick: Orte und Biographie.
Vom festen Wohnsitz zur geforderten Flexibilität. Ein historischer
Überblick (M. Pfüller)


Dienstag, 04. 12. 2007

08.00 – 09.00 h Frühstück
09.00 – 10.00 h Wann ist ein Ort „authentisch“? Kritik eines Fetischs der naiven
„Erinnerungskultur“ (M. Pfüller)
10.00 – 12.30 h  Kurzexkursion nach Rüterberg mit Gespräch im Ortsmuseum;
anschließend Rückkehr (M. Pfüller/K. Beer)
12.30 – 15.30 h  Mittagessen; Pause
15.30 – 17.00 h   Kurzauswertung der Exkursion: Die Einordnung des Ortes in die
Geschichte der DDR und Mecklenburgs. (M. Pfüller)
Anschließend: Diskussion in Kleingruppen
Fragestellung: Wie erkenne und interpretiere ich die bekannte
Geschichte an einem Ort – am Beispiel der Geschichte und der
Spuren der „Wende“ am Herkunftsort (K. Beer)
17.00 – 17.30 h Pause
17.30 – 19.30 h  Vorstellung der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen. Nachfragen
und Auswertungsdiskussion (K. Beer)
19.30 – 20.15 h Abendessen


Mittwoch, 05. 12. 2007

08.00 – 09.00 h     Frühstück
09.00 – 12.30 h Exkursion nach Ludwigslust (Schloßplatz, Beisetzungsort von Toten
des KZ Wöbbelin) mit Befragung von Passanten u. Touristen (K. Beer)
anschließend Rückkehr
12.30 – 15.30 h    Mittagessen; Pause
15.30 – 17.00 h  Auswertung der Exkursionserfahrungen: Die Probleme des „kulturellen
Gedächtnisses“ – Erinnerung ohne Zeitzeugen (K. Beer)
17.00 – 17.30 h  Pause
17.30 – 19.30 h   Impulsreferat: Instabile Emotionen und unsichere Wahrnehmung – die
Frage nach dem „Gewicht“ der Überlieferung.
Anschl. Diskussion (Leitg. M: Pfüller)
19.30 – 20.15 h   Abendessen
20.15 – 21.30 h  Ideenwerkstatt: Wie kann ich Erinnerungen „sicher“ machen? (K. Beer)


Donnerstag, 06. 12. 2007

08.00 – 09.00 h Frühstück
09.00 – 11.00 h Familiengeschichte(n): Die private „Geschichte von unten“ als
Quelle und Ansatzpunkt für Nachforschungen. Moderierte
Plenardiskussion mit zusammenfassender Auswertung (M. Pfüller)
11.00 – 11.30 h   Pause
11.30 – 13.00 h Vorstellung des Buches „Opa war kein Nazi“ im Zusammenhang
mit zeitgenössischen Romanen: Strategien einer „Rettung der
Familiengeschichte vor dem Bösen“ des NS (K. Beer)
13.00 – 15.00 h Mittagessen und Pause
15.00 – 17.00h Arbeit in Gruppen am Einleitungstext von Friedhelm Bolls Buch
„Sprechen als Last und Befreiung“: Der Umgang mit den Problemen in privaten Erinnerungen (M. Pfüller)
17.00 – 17.30 h Kaffeepause
17.30 – 19.30 h Vertiefungsreferat: Das Problem der traumatischen Erinnerung.
Grundsätzliches und konkrete Beispiele. Anschl. Diskussion (K. Beer)
19.30 – 20.15 h  Abendessen


Freitag, 07. 12. 2007

08.00 – 09.00 h Frühstück; Zimmerräumung
09.00 – 11.00 h  Kurzexkursion nach Conow (bei Malliß): Friedhof für ermordete
polnische ZwangsarbeiterInnen und deren Kinder  (M. Pfüller)
11.00 – 12. 30 h Interpretation der vorgefundenen Situation mit Hilfe von bereitge-
stellten Materialien in Kleingruppen (M. Pfüller/K. Beer)
12.30 – 13.30 h Mittagessen; Pause
13.30 – 14.30 h  Vorstellung der Arbeitsergebnisse (M. Pfüller/K. Beer)
14.30 – 15.30 h Auswertung der Ergebnisse als Empfehlungen für die „back home“-
Situation: Perspektiven für eine mögliche weitere Arbeit (K. Beer)
15.30 – 16.30 h  Seminarauswertung/Seminarkritik, Verabschiedung, Abreise

Impulsreferate und Diskussionsleitungen etc. durch M. Pfüller und Dipl. Soz.Päd. K. Beer

Die Kurzexkursionen werden mit den Privat-PKW der TeilnehmerInnen stattfinden.

 


 
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