Leben und Arbeiten in Nordirland

Zeitraum: 15.05.2022 - 21.05.2022
Ort: Derry / Belfast

1920/1922 erlangt Irland die Unabhängigkeit als Irischer Freistaat und wird zur Republik Irland. Doch die Nordprovinzen bleiben als Nordirland im Einflussbereich des Vereinigten Königreiches. Seither existiert ein Identitäts- und Machtkampf zwischen zwei Bevölkerungsgruppen: Auf der einen Seite die englisch- und schottischstämmigen, unionistischen Protestanten und auf der anderen Seite die überwiegend irisch-nationalistischen Katholiken.

In Nordirland haben die Begriffe „protestantisch“ oder „katholisch“ eine besondere Bedeutung, denn sie dienen einem Unterscheidungsmerkmal zweier gesellschaftlicher Gruppen, die seit jeher gegensätzliche soziale, politische, wirtschaftliche und schließlich auch religiöse Geisteshaltungen pflegen.

Der Kontrast zwischen den alteingesessenen (bäuerlichen, armen, katholischen) Iren und den kolonialisierenden (wohlhabenden, industriellen, protestantischen) englischen und schottischen Siedlern prägt schließlich die Zugehörigkeit zur eigenen Gruppe bis hin zur Ethnie, was auch in der Siedlungsgeographie sichtbar wird.

In den gewalttätigen Auseinandersetzungen des Nordirlandkonfliktes, den „Troubles“ in den Jahren 1969 bis 1998 bricht dieser Konflikt erneut auf und beherrscht die nordirische Politik dieser Jahre. Beinahe viertausend Menschen verlieren ihr Leben und kaum eine Familie bleibt vom Leid verschont. Belfast und Derry sind die Zentren der Auseinandersetzungen.

Seit der Unterzeichnung des Karfreitagabkommens (Friedensabkommen) im Jahre 1998 hat sich, abgesehen von gelegentlichen Rückschlägen, ein Friedensprozess entwickelt, der heute als stabil betrachtet wird. Wir werden bei diesem Seminar insbesondere die historischen Orte, Mahnmale und Museen in Derry und Belfast aufsuchen, mit Gewerkschafter*innen und Politiker*innen sprechen, uns die Sozialarbeit von Stadtteilgruppen, die sich um Frieden und Stabilität bemühen, ansehen und mit Journalist*innen sowie weiteren sozial engagierten Gruppen sprechen.

Unsere Betrachtung soll sich von der Konfliktentstehung über die Folgen hin zum Friedensabkommen und bereits Erreichten bis zur aktuellen Situation heute erstrecken. Damit wollen wir uns der Frage zuwenden, was wir hieraus für eine Friedenspolitik für uns und im Allgemeinen lernen können.

Freistellung: BfG M-V, WBG S-H

Seminargebühr: ca. 970,00 € (DZ, HP, Flug, Programm)

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Erinnerungskultur: Eine Landschaft und ihre Geschichte

Politik, Landschaft, Literatur und Kunst in Mecklenburg-Vorpommern - dem „Land, das in der Ferne leuchtet"

Politik, Tourismus, Kunst und Literatur existieren in der Gegenwart des Landes meist friedlich nebeneinander. In der Vergangenheit war es fast immer anders: Insbesondere der Nationalsozialismus und die Zeit der DDR haben Spuren hinterlassen, die vor allem in der Literatur nachzulesen bzw. bei genauerem Hinsehen auch in der Gegenwart noch aufzufinden sind. Das Seminar geht diesen Spuren nach und macht dabei immer wieder klar, wie deutlich die Beziehung der Künste zur Politik schon immer war und auch heute weiterhin ist.

Das Seminar reflektiert in drei Hauptteilen der jeweiligen Verklammerung von Land, Politik und Kunst nach und verfolgt sie vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Vorstellungen von literarischen Werken (u.a.Christa Wolf) - teilweise auch mit Lesungen - und von Museen (Fritz-Reuter-Museum), Ateliers (Ernst Barlach) und Bildern werden mit drei Exkursionen verbunden, die an ihren Zielorten die Politik und die Geschichte zusätzlich verdeutlichen, die in der Literatur bereits thematisiert sind. Das wird an ausgewählten Orten mit Fachvorträgen ergänzt, die direkt auf sie bezogen sind.

Die Teilnehmer*innen erhalten einen Einblick in politisch-historische und literarisch-künstlerische Entwicklungen in peripheren und touristischen Regionen, die zur Diskussion von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der bundesdeutschen Gesellschaft von heute und gestern anregen und darüber hinaus Vergleiche zwischen Regionen mit ähnlichem Hintergrund ermöglichen.