Madrid - Geschichte(n) und Zukunftsvisionen

Zeitraum: 25.09.2022 - 01.10.2022
Ort: Madrid

Spanien war von der Finanzkrise, auf die eine Immobilienkrise und Wirtschaftskrise folgte, sehr stark betroffen. Als es nach der Finanzkrise mit der Wirtschaft wieder aufwärts ging, folgten mehrwöchige Lockdowns wegen der Corona-Pandemie, die der Wirtschaft in vielen Bereichen und insbesbesondere der Tourismusindustrie große Einbußen brachte.

Über 80 Millionen Touristen besuchen Spanien jährlich, nur ein Bruchteil hat 2020 und 2021 Spanien bereist. Die Tourismusbranche, ein wichtiges Standbein der spanischen Wirtschaft, betrachtet 2020 als ein verlorenes Jahr. Wie werden die Aussichten und Folgen nach der Pandemie zu bewerten sein?  

Um ein besseres Verständnis für das Land zu entwickeln, wird im Seminar neben der Auseinandersetzung mit der Wirtschafts- und Sozialgeschichte auch Raum sein, die Kulturgeschichte des Landes und den Ursprung des Reichtums (u.a. Kolonialismus) zu betrachten und zu diskutieren.

Madrid – Hauptstadt Spaniens, Sitz der Zentralregierung und eine der größten Metropolen Europas - hat eine lange Geschichte und bietet die Möglichkeit, sich mit vielen Facetten der aktuellen Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in Spanien auseinanderzusetzen. Die Aktionen der Zentralregierung gegen die Unabhängigkeitsbewegung der Katalanen und die Politik der Regierung Sanchez werden u.a. Themen sein, die betrachtet und diskutiert werden können.

In Gesprächen mit Gewerkschafter*innen verschiedener politischer Couleur werden wir erfahren, welche wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen die jüngsten Krisen auf die Arbeitnehmer*innen hatten und welche Auseinandersetzungen und Probleme hieraus in der Gesellschaft entstanden sind. Dabei wird es insbesondere um die Folgen der Gentrifizierung und die nach wie vor hohe Arbeitslosenquote gehen.

Dieser Bildungsurlaub bietet somit die Möglichkeit, sich im direkten Austausch mit Vertreter*innen von Initiativen, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen sowie bei historisch-politischen Stadtrundgängen ein eigenes Bild über die aktuelle Situation in Spanien zu machen, mit eigenen Lebens- und Arbeitsbedingungen zu vergleichen und ggf. Visionen für eine andere Wirtschaftsform in Europa zu entwickeln.

Freistellung: BfG M-V, WBG S-H

Seminargebühr: ca. 970,00 € (DZ, Flug, Programm)

Online-Anmeldung

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Erinnerungskultur: Eine Landschaft und ihre Geschichte

Politik, Landschaft, Literatur und Kunst in Mecklenburg-Vorpommern - dem „Land, das in der Ferne leuchtet"

Politik, Tourismus, Kunst und Literatur existieren in der Gegenwart des Landes meist friedlich nebeneinander. In der Vergangenheit war es fast immer anders: Insbesondere der Nationalsozialismus und die Zeit der DDR haben Spuren hinterlassen, die vor allem in der Literatur nachzulesen bzw. bei genauerem Hinsehen auch in der Gegenwart noch aufzufinden sind. Das Seminar geht diesen Spuren nach und macht dabei immer wieder klar, wie deutlich die Beziehung der Künste zur Politik schon immer war und auch heute weiterhin ist.

Das Seminar reflektiert in drei Hauptteilen der jeweiligen Verklammerung von Land, Politik und Kunst nach und verfolgt sie vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Vorstellungen von literarischen Werken (u.a.Christa Wolf) - teilweise auch mit Lesungen - und von Museen (Fritz-Reuter-Museum), Ateliers (Ernst Barlach) und Bildern werden mit drei Exkursionen verbunden, die an ihren Zielorten die Politik und die Geschichte zusätzlich verdeutlichen, die in der Literatur bereits thematisiert sind. Das wird an ausgewählten Orten mit Fachvorträgen ergänzt, die direkt auf sie bezogen sind.

Die Teilnehmer*innen erhalten einen Einblick in politisch-historische und literarisch-künstlerische Entwicklungen in peripheren und touristischen Regionen, die zur Diskussion von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der bundesdeutschen Gesellschaft von heute und gestern anregen und darüber hinaus Vergleiche zwischen Regionen mit ähnlichem Hintergrund ermöglichen.