Wahlmotivator

Zeitraum: 10.05.2024 - 09.06.2024, digital

Die internationale Staatengemeinschaft hat mehrheitlich mit Erschüttern auf den russländischen Krieg gegen die Ukraine reagiert. In Umfang und Qualität selten erreichte Sanktionsmaßnahmen wurden gegen die Russische Föderation erlassen, die wiederrum Gegenmaßnahmen gegenüber den Mitgliedsländern der EU, den USA und weiterer Staaten nach sich zogen. Dies hat nicht nur längst für überwunden geglaubtes Denken der Blockkonfrontation reaktiviert, sondern auch für erhebliche weltwirtschaftliche Erschütterungen gesorgt.

In Deutschland war die COVID-19-Pandemie verbunden mit Kurzarbeit, Homeoffice, Problemen für den Handel aufgrund unterbrochener Lieferketten, Lockdowns, dauerhafte Schließungen von Unternehmen mit gravierenden Auswirkungen auf Wirtschaft und die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten. Auch im vierten Jahr der Pandemie sind die mit ihr sichtbar gewordenen Probleme noch nicht abschließend gelöst.

Heftige Unwetter mit Starkregen nie dagewesenen Ausmaßes in Folge des Klimawandels, überfluteten nicht nur Keller, sondern zerstörten auch Existenzen und halbe Dörfer. Nach jüngsten Berechnungen hat Deutschland bereits eine Klimaerwärmung um 1,6 Grad erreicht, so dass nach Expert*innenmeinung mit mehr heißen Tagen, Dürremonaten und mehr Flutkatastrophen zu rechnen ist.

Wie wird die Europäische Union, wie werden ihre Mitgliedsstaaten mit der Vielzahl dieser komplexen Probleme in den kommenden Jahren umgehen?

Welche Auswirkungen auf das Leben der EU-Bürger*innen sind zu erwarten?

Welche Aufgaben und Funktionen nehmen Gewerkschaften dabei ein?

Weitere Seminarthemen: „Brexit“ und die Folgen / Politischer Zusammenhalt, Flüchtlingspolitik, Bürger*innen-Einfluss auf die EU-Politik / Rolle und Macht des EU-Parlaments / Wird EU-Politik nur in Brüssel und Straßburg gemacht? / Aufgabenteilung zwischen EU-Parlament, dem Ministerrat und der EU-Kommission / Wie sind die Länder und die Gewerkschaften in Brüssel vertreten und wie definieren sie ihren Arbeitsauftrag?

Mit diesem Bildungsurlaubsseminar wollen wir die Möglichkeit bieten, u.a. bei Gesprächen im Europa-Parlament, bei der EU-Kommission oder beim Europäischen Gewerkschaftsbund, diese und andere Fragen zur aktuellen EU-Politik zu beantworten und die Arbeit der Akteure vor Ort kennenzulernen.

Zum Flyer gelangen Sie hier

Seminarübersicht

Nordirland (Derry und Belfast) 17.03.-23.03.2024

Nordirland und die Schwierigkeiten eines friedlichen Zusammenlebens

1920/1922 erlangt Irland die Unabhängigkeit als Irischer Freistaat und wird zur Republik Irland.  Doch die Nordprovinzen bleiben als Nordirland im Einflussbereich des Vereinigten Königreiches. Seither existiert ein Identitäts- und Machtkampf zwischen zwei Bevölkerungsgruppen: Auf der einen Seite die englisch- und schottischstämmigen, unionistischen Protestanten und auf der anderen Seite die überwiegend irisch-nationalistischen Katholiken.

In Nordirland haben die Begriffe „protestantisch“ oder „katholisch“ eine besondere Bedeutung, denn sie dienen einem Unterscheidungsmerkmal zweier gesellschaftlicher Gruppen, die seit jeher gegensätzliche soziale, politische, wirtschaftliche und schließlich auch religiöse Geisteshaltungen pflegen.

Der Kontrast zwischen den alteingesessenen (bäuerlichen, armen, katholischen) Iren und den kolonialisierenden (wohlhabenden, industriellen, protestantischen) englischen und schottischen Siedlern prägt schließlich die Zugehörigkeit zur eigenen Gruppe bis hin zur Ethnie, was auch  in der Siedlungsgeographie sichtbar wird.

In den gewalttätigen Auseinandersetzungen des Nordirlandkonfliktes, den „Troubles“ in den Jahren 1969 bis 1998 bricht dieser Konflikt erneut auf und beherrscht die nordirische Politik dieser Jahre. Beinahe viertausend Menschen verlieren ihr Leben und kaum eine Familie bleibt vom Leid verschont.

Belfast und Derry sind die Zentren der Auseinandersetzungen.

Seit der Unterzeichnung des Karfreitagabkommens (Friedensabkommen) im Jahre 1998 hat sich, abgesehen von gelegentlichen Rückschlägen, ein Friedensprozess entwickelt, der heute als stabil betrachtet wird. Wir werden bei diesem Seminar insbesondere die historischen Orte, Mahnmale und Museen in Derry und Belfast aufsuchen, mit Gewerkschafter*innen und Politiker*innen sprechen, uns die Sozialarbeit von Stadtteilgruppen, die sich um Frieden und Stabilität bemühen, ansehen und mit Journalist*innen sowie weiteren sozial engagierten Gruppen sprechen.

Unsere Betrachtung soll sich von der Konfliktentstehung über die Folgen hin zum Friedensabkommen und bereits Erreichten bis zur aktuellen Situation heute erstrecken. Auch die Debatte um die umstrittene (See-)Grenze und die Überlegungen zum Zusammenschluss von Nordirland mit der Republik Irland wird aufgegriffen. Damit wollen wir uns der Frage zuwenden, was wir hieraus für eine Friedenspolitik für uns und im Allgemeinen lernen können.